Wir arbeiten mit den Arbeitsschritten:

Sie bauen auf dem SARI-Modell von Maggie Phillips und Claire Frederick auf. Es beschreibt Heilungsprozesse insbesondere in der Traumatherapie in den Schritten

Dieses Modell haben wir auch außerhalb der Traumatherapie in Psychotherapie und Beratung als Leitfaden, der allerdings oft wesentlich größere Freiräume lässt. Bei einem schon stabilen Menschen kann dies nur eine kurze Feststellung der Stabilität im Rahmen der Anamnese sein, um dann beispielsweise gleich Zugang zu Belastungen zu entdecken. Und es gibt auch Situationen, in denen ein Aufdecken nicht für einen Therapieerfolg nötig ist.

Im einzelnen bedeuten diese Schritte:

Stabilisieren
Aufdecken (englisch: access)
Reprozessieren
Integrieren

Diese Schritte bauen aufeinander auf. Wenn in wenigen Minuten oder auch in einer Reihe von Sitzungen Stabilität erreicht wurde, kann aufgedeckt werden. Falls wieder Instabilitäten auftreten muss erneute stabilisiert werden. Entsprechendes gilt für die anderen Schritte.

Dieses Modell ist für uns ein wichtiger Anhaltspunkt, den wir häufig nutzen.

    Sicherheit und Stabilisierung
    (Safety and Stabilisation)

Für uns ist die Stabilisierung die erste, unverzichtbare zentrale Aufgabe. Dabei nutzen wir die ganze Bandbreite einer imaginativen Arbeit mit Methoden wie dem sicherem Ort oder individuell erarbeiteten Schutzszenarien, Übungen zur Reduzierung von belastenden Erinnerungen, Entdecken von Ressourcen der Gegenwart und der Kindheit, erklärenden Gesprächen (Psychoedukation). Auf diese Phase legen wir besonderen Wert, um eine Retraumatisierung zu vermeiden. (Im Sinn von Luise Reddemann: 1., 2. und 3. Schritt der Traumatherapie heißt Stabilisieren.)

    Aufdecken: Zugang zum Traumamaterial und den damit verbundenen Ressourcen
    (Accessing)

Es folgt der möglichst belastungsarme Zugang zu traumatisierenden Erfahrung. Hier haben Distanzierungstechniken eine wichtige Aufgabe. Entscheidend ist dabei, dass die verletzenden Erfahrungen ihre Macht verlieren. Diese ist besonders groß, wo nicht bewusste Auslöser immer wieder zu starken Belastungen führen, wo sich Erinnerungen immer wieder aufdrängen oder wo verschiedene innere Anteile stark getrennt oder konfliktreich erlebt werden. Das imaginative Einüben der Vorstellung, das Geschehene wie auf einer Leinwand oder einem Bildschirm aus der Entfernung zu betrachten und ein und ausschalten zu können, ist nur ein einzelnes, verkürztes Beispiel für vielfältige entlastende Methoden. Ziel ist Entlastung von unbewussten Auslösern. Das Aufdecken von Erfahrungen ist dabei ein möglicher Schritt, kein Ziel oder Pflichtprogramm. Patienten und Ratsuchende bestimmen selbst, welche Erfahrungen sie aussprechen wollen.

    Reprozessieren/Durcharbeiten der Traumaerfahrung und Restabilisierung
    (Resolving and Restabilization)

Die Neubewertung des Geschehen hat eine entscheidende Rolle: Die Erfahrung der Hilflosigkeit darf dabei zur abgeschlossenen Vergangenheit werden. Dabei kann auch ein Dialog der beteiligten inneren Anteile ein Schritt zur Heilung sein. Schließlich geht es hier auch um den Umgang mit dem, was Täter oder Täterin in der Seele der/des Traumatisierten hinterlassen haben. (Die sogenannte Arbeit mit Introjekten). Mit "CIPBS®" nutzen wir auch ein EMDR®-artiges Verfahren, bei dem Verarbeitungsprozesse durch Zeichnen oder Malen in Verbindung mit beidseitigen Impulsen durch selbstbestimmtes Händetappen möglich werden.

    Integration in die Persönlichkeit und Festigung der Identität
    (Integration and Identity)

Der letzte Schritt ist die Begleitung beim Entdecken eines neuen Selbstbildes und eines neuen Lebenskonzepts.

Wir gehen auch in diesem Bereich nur Schritte, die von Patientinnen und Patienten gewünscht sind!
Weitere Infos zur Traumatherapie und Krisenbewältigung

    Auf Wunsch: Christliche Traumatherapie

Wo diese gewünscht wird, arbeiten wir auch mit speziellen Methoden christlicher Traumatherapie, die Glaubenserfahrungen für Heilungsprozesse lebendig macht. Auch das Gebet oder die Segnung von Patienten ist auf Wunsch gerne möglich.

    Konzepte und Methoden der Psycho- und Traumatherapie

Bei der Krisen- und Traumatherapie nutzen wir Imaginationen, Entspannungs- und Distanzierungstechniken (L. Reddemann, C. Diegelmann, M. Erickson, A. Kaiser-Rekkas). Hinzu kommen Anstöße aus der hypnosystemischen Trauerbegleitung (R. Kachler) besonders nach schweren Verlusten und bei besonders lang anhaltender Trauer und die Arbeit mit den verschiedenen Seiten einer Persönlichkeit (Ich-Anteilen nach J. Watkins/ H. Watkins und J. Peichl), insbesondere auch in einer Form der Arbeit, die das Konzept des „Inneren Kindes“ (H. Missledine) aufgreift. Die Erfahrung von Scham ist ein weiterer Faktor unserer Traumaarbeit (S. Marks).